Interview mit Dr. med.

Martina Pago-Welke

© 2012 Jutta Schütz

 

Frau Dr. med. Martina Pago-Welke führt seit fast 10 Jahren eine privatärztliche Praxis in Lünen. Schwerpunkt ist, neben breitbasig aufgestellten Naturheilverfahren, vor allem die Hypnosetherapie. Seit zwei Jahren besteht eine Gemeinschaftspraxis mit ihrem Ehemann, Herrn Dr. med. Thomas Welke.

 

 

 

Jutta Schütz (JS): „Frau Dr. Martina Pago-Welke, weshalb haben Sie sich entschieden, eine rein privatärztliche Praxis zu eröffnen?“

 

 

 

Dr. Martina Pago-Welke (M P-W): „Schon während des Studiums ist mir klar geworden, dass die Medizin viel mehr zu bieten hat als nur die reine Schulmedizin. Schon damals machte ich meine Akupunkturausbildung an der Uni Gießen. Die Weiterbildung „Naturheilverfahren“ war eine logische Konsequenz auf meinem weiteren Weg.

 

Gerade wenn es um chronische Erkrankungen geht, aber auch im akuten Fall, gibt es sehr oft naturheilkundliche Wege, die gleichwertig zu schulmedizinischen Methoden eingesetzt werden können und kaum Nebenwirkungspotential haben.

 

Für diese Therapie braucht man jedoch Zeit, weil man nicht nur einen Teilaspekt berücksichtigt, sondern den Patienten in seiner Ganzheit (Körper/Geist/Seele) betrachtet und nicht nur die Magenschmerzen o.ä.. Diese Wege kann man in einer Kassenarztpraxis leider nicht umsetzen.“

 

 

 

JS: „Ein Praxisschwerpunkt ist bei Ihnen die Hypnosetherapie. Weshalb setzen Sie diese ungewöhnliche Therapieform ein?“

 

 

 

M P-W: „Die Hypnose ist eine Therapieform, die schon seit Jahrtausenden auf verschiedenen Ebenen praktiziert wird. Die moderne Hypnosetherapie, auf der Grundlage von Milton H. Erickson ist selbstorganisatorisch konzipiert und arbeitet sowohl direkt, als auch indirekt lösungsorientiert an den Problemen. Der Patient findet durch die Hypnose seinen individuellen Heilungsweg. Diese Therapie ist sehr erfolgreich und wird von den Patienten gut angenommen, weil sie relativ rasch spürbar positive Veränderungen bewirkt.“

 

 

 

JS: „Welche Erkrankungen können durch Hypnose behandelt werden?“

 

 

 

M P-W: „Das Behandlungsspektrum ist sehr vielfältig. Häufig stehen Ängste und Phobien im Vordergrund, Traumata, chronische Schmerzen ebenso oder der Patient sucht Antworten, wie sein persönlicher Lebensweg weitergehen soll. Auch Raucherentwöhnung oder Gewichtsnormalisierung sind eine Domäne der Hypnose. Die Faszination der Hypnose liegt in den imaginativen Kräften, die ich-stärkend und lösungsorientiert genutzt werden. Jeder findet den für sich besten Weg.“

 

 

 

JS: „Hypnose kennen ja viele aus dem Fernsehen oder von irgendwelchen Shows. Ist der Hypnotisierte ohne eigene Kontrolle und dem Arzt während der Sitzung völlig ausgeliefert?“

 

 

 

M P-W: „Das sind zwar die Ängste der Patienten, aber völlig zu Unrecht. Ich mache keine Showhypnose, sondern eine therapeutische. Und genau das Gegenteil von Kontrollverlust soll erreicht werden. Der Patient soll seine Kontrolle zurückerhalten und seine eigenen Wege finden. Als Therapeutin bin ich „nur“ kompetente Begleitung auf dem Weg zur Lösung eines Problems. Der Patient bestimmt das Thema, den Weg, die Geschwindigkeit und das Ziel. Wenn er erwartet, die Lösungen serviert zu bekommen, ist die Hypnose die falsche Therapie. Wenn Themen hochkommen, die ein Patient vermeiden will, wird das respektiert. In der Regel kommt irgendwann immer der Zeitpunkt, an dem das Thema zum Gegenstand der Sitzung wird. Hypnose ist eine machtvolle Methode, mit unserem „Bauchgefühl“, dem verborgenen Wissen aus dem Unbewussten in Kontakt zu treten und davon zu profitieren, uns von alten Glaubenssätzen, Geboten und Verboten zu verabschieden und uns selbst so anzunehmen, wie wir sind. Vor allem aber unsere ungeahnten Stärken und Kräfte in positive Lebensenergie umzusetzen.“

 

 

 

JS: „Wie viele Sitzungen werden für eine Behandlung benötigt?“

 

 

 

M P-W: „Die Anzahl der Sitzungen ist von Fall zu Fall unterschiedlich, in der Regel ist die Sitzungszahl geringer als bei einer klassischen Psychotherapie, da man sehr schnell an die verborgenen Ursachen kommt. Aber so ca. 15 - 20 Stunden müssen schon einkalkuliert werden.“

 

 

 

JS: „Ist jeder Mensch für Hypnose zugänglich?“

 

 

 

M P-W: „Im Prinzip ja. Allerdings ist niemand gegen seinen Willen hypnotisierbar. Wer dem Therapeuten zeigen will: „Du kriegst mich nicht!“, der wird sich gegen eine Hypnose auch sperren können. Solche Probleme haben wir in der Regel jedoch nicht. Wer zu uns kommt, will auch Hilfe und wer einmal erlebt hat, wie entspannend und befreiend diese Therapieform ist, kann sie auch genießen.“

 

 

 

JS: „Frau Dr. Martina Pago-Welke ich danke Ihnen für das Gespräch und ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrer Praxis.“

 

 

 

Weitere Infos unter:

 

http://www.dr-pago-welke.de/home.html

 

oder unter Tel: 02306-96 12 21